IKEA Family – Umtausch ohne Rechnung – aber keine Garantie

Heute war ein produktiver Tag. Ich habe meine Terasse hochdruckgereinight und von den eingebrannten Algen befreit, die sich über die letzten jahrzehnte angesammelt haben. Zur Belohnung habe ich mir einen Hemnes Couchtisch von IKEA geholt. Bei der Gelegenheit wollte ich mich gleich mal ob meines defekten Vitrinenschranks erkundigen.

Kurzzusammenfassung: Einer der Glastüren ist schief, weil der Kleber nicht richtig klebte und das Eigengewicht der Tür an seiner eigenen Konstruktion zieht. Auf den Schrank gibt es 2 Jahre Garantie, nur doof, dass ich die Rechnung nicht mehr finde. Ich habe ja schon bei Elektrogeräten meine Schwierigkeit, die Rechnungen aufzubewahren. Aber Moment: Ich habe doch die IKEA Family Karte. Auf der Webseite steht:

Wenn du an der Kasse deine IKEA FAMILY Karte vorzeigst, kannst du Einkäufe auch ohne Rechnung umtauschen.

„Super!“, dachte ich mir und flitzte los. Ich war echt froh, weil ich wirklich keine Lust hatte, mir den Schrank noch einmal zu kaufen. Nun sagte mir die Dame an der Rezeption, dass das nur bei originalverpacktem geht, bei Garantiereklamationen ist die Rechnung vorzulegen, oder, falls mit Karte bezahlt, der Kontoauszug.

Na, zum Glück hebt meine Bank alle Kontoauszüge in einem Online-Postfach auf, ich habe auch eine Abbuchung von „ungefähr dem Zeitraum“ zu „ungefähr dem Betrag“ gefunden, jetzt brauche ich nur noch etwas Glück. Sollte das nicht der richtige Einkauf sein, werde ich wohl einen neuen Schrank kaufen müssen, und dann die defekte Tür mit diesem Einkauf reparieren. Vielleicht freut sich ja jemand in meiner Familie über einen HEMNES Vitrinenschrank.

Mein offener Brief an die TFP (rant inside)

Neulich beim Surfen durch das Netz habe ich einen Werbebanner entdeckt, der für eine Seite der TFP – Deutschland Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum e.V. wirbt, nämlich: Für die Verteidigung der katholischen Kirche in Deutschland !

Ich konnte es nicht lassen und darauf klicken. Ich möchte dem Autor jetzt nicht zu nahe treten, aber ich vermute, er braucht mal ein bisschen Realitätsabgleich. Ich konnte nicht anders, als mich in dem Formular anzumelden und im „Nachrichtenfeld“ meine persönliche Meinung kundzutun.

Guten Tag Herr von Oldenburg!

Bitte halten Sie die Kirche am leben wie sie jetzt ist, jene Kirche die sich schon so oft dem Zeitgeist unterwerfen musste weil sie selbst nicht wusste, dass sie falsches tat. Hexenverbrennungen, Exorzismen und das Benutzen unschuldiger Buben, all das hätte erhalten bleiben müssen.

Denn, was täten wir, wenn dem gebildetem Menschen das Feindbild #1 in unserer aufgeklärten, ethischen Gesellschaft genommen würde? Wohin mit unseren Steuergeldern, für die in Freising Paläste gebaut werden, während es an anderen Stellen Engpässe gibt.

Was täten wir, wenn die Gemeinschaft, aus der ich ausgetreten bin, eine Gemeinschaft wäre, die ihrer Verantwortung als solche nachkommt? Empfängnisverhütung verbieten ist nicht Zeitgemäß und meiner Meinung nach die neuzeitliche Hexenverbrennung – es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Kirche auch hier einknickt (zu recht!). Wenn ihr den Jugendlichen den Sex verbietet, dann seid ihr selbst schuld, wenn sie euch den Rücken kehren. Sex ist großartig, auch vorehelich!

Macht weiter mit euren Initiativen, dass die Kirche das bleibt, was sie ist, so stirbt sie wenigstens am schnellsten und wir haben unsere Ruhe!

Ich freue mich auf Ihre Informationsbroschüren.

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Bock

Ich bin übrigens getauft, kommunioniert und gefirmt. Ausgetreten bin ich trotzdem, weil ich von der Wissenschaft mehr Antworten bekomme, die mit meinem Weltbild übereinstimmen. Nicht zuletzt auch wegen der gehäuften Missbrauchsfälle im Kirchenumfeld, und wie diese behandelt wurden. (Schützt die Täter!) Aus der Katholischen Kirche bin ich übrigens schon 2007 ausgetreten, und noch immer warte ich darauf, von einem Dämon besessen zu werden.